BGM Info 05/17

18. Mai 2017

Die Projektgruppe Betriebliches Gesundheitsmanagement hat tatkräftige Unterstützung bekommen. Nach 1 ½ Monaten Einarbeitungszeit in Werk 2 verstärkt Studentin Christina Adenäuer nun seit Ende April das Team um Gesundheitsmanager Volker Strickrodt. Wir stellen sie in einem kurzen Interview vor.

Frage: Frau Adenäuer, ganz grundlegend, wie alt sind Sie, woher kommen Sie und was hat Sie zu den Rurtalwerkstätten geführt?
Antwort: Ich bin 25 Jahre jung und im Ahr-Tal in der Voreifel aufgewachsen. Für mein Studium hat es mich dann nach Kleve an den Niederrhein verschlagen. Dieses Studium ist dann auch der Grund, warum ich nun hier bin. Wir müssen ein 20-wöchiges Pflichtpraktikum absolvieren, für das ich mir die RTW ausgesucht habe.

Frage: Sie studieren Soziale Arbeit?
Antwort: (lacht) Das fragen viele KollegInnen direkt als erstes, wenn sie hören, dass ich studiere. Nein, ich studiere Bio Science and Health. Toller Name, heißt aber nichts anderes als Angewandte Naturwissenschaften und Gesundheit. Dabei habe ich die Naturwissenschaften eher als lästige aber notwendige Grundlagen für mein Hauptthema, die Gesundheit, angesehen. Eigentlich wollte ich ja Medizin studieren. Hat leider nicht geklappt. Egal, denn nun heile ich zwar keine Kranken, aber ich kann dafür sorgen, dass weniger Menschen überhaupt krank werden. Das ist eine sehr gute Alternative.


Frage: Wie kamen Sie auf die Idee, ihr Praxissemester in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu machen?
Antwort: Während meiner Zeit in Kleve habe ich in einer inklusiven WG gelebt und gearbeitet. Ich kam heim, erzählte immer mal wieder von meinen aktuellen Studieninhalten (u.a. Ernährungswissenschaften, Gesundheitsförderung, Ernährung und Gesundheit) und irgendwann fragte mich meine Chefin, ob ich da nicht etwas für eine meiner Mitbewohnerinnen, eine junge Frau mit Trisomie21, tun könnte. Seit sie selbstbestimmt in der WG lebte, hatte sie kräftig zugenommen. Nun sollte das Ziel nicht sein, ihr das Essen zu verbieten und sie zu mehr Bewegung zu zwingen. Sie sollte vielmehr verstehen, warum Bewegung und gesunde, maßvolle Ernährung gut sind und von sich aus Angebote z.B. zu kurzen Spaziergängen annehmen und im besten Fall sogar einfordern.
Die Thematik und die Arbeit mit ihr gefielen mir so gut, dass ich die Fühler weiter ausgestreckt habe, ob wir die einzigen sind, die vor so einer Herausforderung standen. Schnell wurde klar: Nein, wir sind nicht die einzigen. Die Resonanz für das, was wir in der WG taten, war durchweg positiv und so wollte ich genau das zum Thema meines Praktikums machen. Blieb nur noch die Frage nach dem Wo, die eigentlich auch zügig beantwortet war. Eine unserer Vorlesungen drehte sich um (Betriebliches) Gesundheitsmanagement. Da war der Weg ins Betriebliche Gesundheitsmanagement einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung nicht weit.

Frage: Bereuen Sie Ihre Entscheidung schon?
Antwort: Absolut nicht. Für mein Studium und meine berufliche Zukunft konnte ich schon einiges mitnehmen. Im Gegenzug profitieren die RTW hoffentlich von dem, was ich mitbringe. Ich freue mich auf die kommenden Monate und bin gespannt, was noch folgt.

Vielen Dank Christina für das nette Interview.

Am 02. und 03.05. 2017 absolvierten insgesamt 23 Angestellte, begleitet von den Projektgruppenmitgliedern Anke Apawan und Christina Adenäuer, den Workshop zum "Einstieg in die Übungsleitertätigkeit".


Die Referentinnen Frau Franziska Hollenbach und Frau Mara Eisenacher, beide für Special Olympics Deutschland (SOD) tätig, leisteten an beiden Tagen tolle Arbeit.
Es gab von allen TeilnehmerInnen positive Rückmeldungen. Theoretische Informationen und praktische Übungseinheiten wurden gut miteinander verknüpft.


Besonders ereignisreich war für alle der praktische Teil im Bereich VM 620 in W6, der sich dazu netterweise im Vorfeld bereit erklärt hatte. Übungsgruppen der Workshop-TeilnehmerInnen konnten hier unmittelbar neues Wissen praktisch anwenden. Vor so einer großen Gruppe von MitarbeiterInnen zu stehen, die zudem noch unbekannt ist, war schon eine echte Herausforderung.
Diese wurde von allen Beteiligten bestens bewältigt. Besonders toll war dieser große "Rummel" für die beschäftigten MitarbeiterInnen. Sie hatten viel Spaß dabei und selbst einige MitarbeiterInnen, die bislang noch nicht zum Mitmachen zu motivieren waren, standen plötzlich dabei und praktizierten die Ausgleichsgymnastik.


Am Ende wurden wir gefragt, ob wir auch zukünftig zu ihnen kämen, um gemeinsam die Übungen durchzuführen. Fazit: Es war für alle ein bleibendes Erlebnis.
Besonders gelobt wurde auch die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse während der Workshop-Tage. Hier geht unser großer Dank an Herrn Weidenfeller und Frau Kurth, die maßgeblich dafür verantwortlich waren.
Alle Beteiligten werden Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen mit in die Bereiche nehmen und wünschen sich, dass die TeamleiterInnen, Sozialdienste und KollegInnen das Projekt und dessen Umsetzung unterstützen.

Ein Ziel des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist die Einführung und Umsetzung der Ausgleichsgymnastik in allen Bereichen der Rurtalwerkstätten bis zum Ende des Jahres 2017.


Im Moment setzen 8 Bereiche (VM620, AbBW6, VM120, Heißmangel, Lager W1, Rurtec W4, Halle W3, Druckerei W3) unseres Unternehmens die Ausgleichsgymnastik aktiv um. Seit dem 02.04.2017 beteiligt sich der AbB in W6 daran und hat dafür konzeptionelle Anpassungen vorgenommen, die auf die derzeitigen Möglichkeiten und Bedürfnisse der MitarbeiterInnen der einzelnen Gruppen ausgerichtet sind.


Weitere Anpassungen hinsichtlich der psychisch erkrankten MitarbeiterInnen und der sogenannten „Jungen Wilden“, sind im Rahmen der geführten Reflexions –und Bewertungsgespräche zum Projekt „Ausgleichsgymnastik am Arbeitsplatz“ als notwendig erkannt worden. Damit wird sich die Projektgruppe gemeinsam mit den entsprechenden Bereichen und der Geschäftsleitung fortlaufend beschäftigen, um das Angebot für alle zu optimieren und zugänglich zu machen.


In den kommenden Wochen und Monaten werden wir gezielt die Bereiche kontaktieren und aufsuchen, die bis dato noch nicht mit der Einführung begonnen haben. Die Ausgleichsgymnastik ist ein gesundheitsförderliches Angebot für alle MitarbeiterInnnen der Rurtalwerkstätten.
Die Geschäftsleitung und wir möchten daher sicherstellen, dass auch jede/r MitarbeiterIn die Möglichkeit erhält, etwas für seine/ihre Gesundheit und sein/ihr Wohlbefinden zu tun.


Hier sehen wir die Aufgabe der Angestellten, TeamleiterInnen und des Sozialdienstes darin, die MitarbeiterInnen dabei zu unterstützen, zu motivieren und aufzuklären. Die positiven Rückmeldungen der MitarbeiterInnen zur Ausgleichsgymnastik zeigen sehr deutlich, dass der Bedarf und Wunsch besteht, ausgleichende Bewegungsübungen durchzuführen, die dazu auch noch viel Spaß machen. Darüber hinaus kann die gemeinsame Bewegungspause für alle Beschäftigten zur Auflockerung und zum Wohlbefinden beitragen. Wer in seinem Bereich mit dem Projekt Ausgleichsgymnastik beginnen möchte, kann sich gerne bei uns melden, so dass wir einen entsprechenden Termin zum Startgespräch vereinbaren können. Wir sind wie folgt zu erreichen:
02421/12183 -0 oder 182 (Betriebsstätte W6)
0170/3313105 (Volker Strickrodt)
volker.strickrodt[at]rurtalwerkstaetten.de
anke.apawan[at]rurtalwerstaetten.de


Da unser Stundenkontingent für die Projektarbeit begrenzt ist, sind wir derzeit in der Regel nur Dienstag und Donnerstag in W6, zeitweise auch mittwochs am Nachmittag. Ansonsten sind wir zu Gesprächsterminen in allen Betriebsstätten unterwegs oder arbeiten zuhause im Homeoffice.
Wir haben bereits darüber berichtet, dass die Idee aufgekommen ist, einen eigenen Übungskatalog für die Ausgleichsgymnastik anzufertigen.


Frau Adenäuer, die sich eingangs vorgestellt hat, wird im Rahmen ihres Studiums und mit Unterstützung von Christian Goerke, einem Kollegen aus der Druckerei in W3, sowie voraussichtlich 2 MitarbeiterInnen der Rurtalwerkstätten, einen kleinen Übungskatalog bis Anfang Juli 2017 erarbeiten.
Hierfür werden das erstellte Handout der Referentinnnen vom Workshop zur „Einführung in die Übungsleitertätigkeit“ und die derzeit beigefügten Übungsanleitungen zum Konzept der Ausgleichsgymnastik als Grundlage dienen und natürlich durch eigene Ideen ergänzt werden.
Wir möchten damit einen einheitlichen Übungsleitfaden zur Verfügung stellen, der in seinem Repertoire möglichst alle Zielgruppen berücksichtigen wird und an dem sich jeder orientieren kann.


Im Mai gab es eine weitere Fortbildung für 4 Angestellte der Rurtalwerkstätten mit dem Schwerpunkt „Grundlagen der Trainingslehre“.


Frau Bienkowski (Heissmangel W1), Herr Beddigs-Hannes (Halle W3), Frau Glasmacher (VM220 W2) und Frau Kremers (Lager W1) sind hierfür am 12. und 13.05.2017 zu einer 2tägigen Veranstaltung nach Langenfeld gereist. Veranstalter war auch dieses Mal Special Olympics Deutschland (SOD). Allerdings musste in resümierenden Gesprächen festgestellt werden, dass der Themenschwerpunkt nicht ganz unseren Erwartungen entsprach. Hier lag das Augenmerk auf das gezielte Wettkampf-Training behinderter Menschen, wie beispielsweise Special Olympics Olympiaden. Sicher ein lohnenswertes Ziel, doch zum jetzigen Zeitpunkt eher unrealistisch. Dennoch gab es durchaus positive Rückmeldungen. Herr Beddigs-Hannes und Frau Bienkowski stellten dem Referenten und weiteren TeilnehmerInnnen der Weiterbildung praktische Teile der Ausgleichsgymnastik vor.


Diese zeigten sich äußerst angetan davon und auch aus sportphysiologischer Sicht bestätigte der Referent beiden, dass mit den gezeigten Übungen sehr viele Muskelgruppen angesprochen werden. Er stellte die gesundheitsförderlichen Aspekte dabei noch einmal klar heraus und motivierte dazu, das Bewegungsangebot beizubehalten.


Eine weitere und vertiefende Zusammenarbeit mit Special Olympics Deutschland (SOD) wird beiderseits angestrebt.


Neben den ersten Schulungen für Angestellte sollen zukünftig auch interessierte MitarbeiterInnen Möglichkeiten zur Qualifizierung erhalten. Der SOD bietet dazu u.a. Schulungsmodule zum „Sportbeauftragten“ an.


In der weiteren Arbeit wird die Projektgruppe Bedarfsumfragen starten, um zu ermitteln, in wie weit und in welchem Umfang bei den MitarbeiterInnnen der Rurtalwerkstätten diesbezüglich Interesse und Wunsch besteht.


Wir werden zu gegebener Zeit darüber informieren.


Um die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) in den Rurtalwerkstätten weiter voran zu treiben, gab es ein erneutes Sondierungsgespräch mit dem Kreissportbund Düren (KSB) zum Thema BGF.


Mit Herrn Schmitz (Geschäftsführer des KSB) und Herrn Lieberth werden Herr Nettersheim und Herr Strickrodt Anfang Juni über konzeptionelle Möglichkeiten einer Zusammenarbeit hinsichtlich BGF in den Rurtalwerkstätten in den Austausch treten. Hierbei soll auch die Thematik der Qualifikation der Angestellten (Übungsleiterscheine) berücksichtigt und angesprochen werden.
Über die Ergebnisse und weitere Schritte werden wir sie rechtzeitig informieren.


Neben der Laufgruppe gibt es seit dem 09. bzw. 11.05.2017 einen Yogakurs für Angestellte der Rurtalwerkstätten.


Hierfür konnten wir erfreulicherweise Frau Emödi, eine erfahrene Yogalehrerin, gewinnen.
Nach unserer Abfrage zum Interesse bzgl. solch eines Angebots war die Nachfrage so groß, dass wir uns dazu entschieden haben, 2 Kurse anzubieten. Die Standorte W6 und W1 bieten dafür die besten Voraussetzungen, da diese Betriebsstätten jeweils über eine Gymnastikhalle verfügen.
Das Angebot findet derzeit bis einschließlich 13.07.2017 jeden Dienstag in W6 von 16.15-17.15 Uhr und jeden Donnerstag in W1 von 16.15-17.15 Uhr statt. Die Kurse sind mit jeweils 11 TeilnehmerInnen belegt.
Natürlich sind die Kapazitäten begrenzt. Dennoch kann sich gern jeder bei uns melden, der Interesse an Yoga hat. Oftmals ändern sich Belegungen. Spätestens mit Ende der Kurse im Juli wird entschieden werden, ob es neue Yogaangebote nach den Sommerferien geben wird. Da gäbe es dann eine weitere Möglichkeit für Neueinsteiger.


Im Rahmen des Präventionsgesetzes von 2016 sind die gesetzlichen Krankenversicherungen zu Leistungen der Betrieblichen Gesundheitsförderung verpflichtet (SGB V § 20 a).


Am 17.05.2017 fand hierzu ein weiteres Sondierungsgespräch mit einem Vertreter der Techniker Krankenkasse (TK) statt.

Bei dem Zusammentreffen ging es um Kooperations- und Finanzierungsmöglichkeiten der Betrieblichen Gesundheitsförderung in den Rurtalwerkstätten. Am Ende konnte unsererseits ein erstes, recht vielversprechendes Resümee gezogen werden. Über weitere Schritte werden wir Sie auf dem Laufenden halten.


Die Suche nach Möglichkeiten, doch ein JobRad anbieten zu können, geht weiter.


Wie im BGM-Info 4/17 bereits zu lesen war, gestaltet sich das Leasen eines JobRads als schwierig. Grund dafür ist die Bindung an den TVöD, der bisher nur eine Entgeltumwandlung für die Altersvorsorge vorsieht. Im nächsten Schritt werden daher Herr Nettersheim und Herr Strickrodt mit den Tarifpartnern, ver.di und dem kommunalen Arbeitgeberverband in Verbindung treten, um auf die Probleme und die bestehende Nachfrage hinzuweisen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Motivationshilfe, trotzdem mit dem eigenen Rad zur Arbeit zu fahren.

Obwohl das Thema JobRad wohl nicht in absehbarer Zeit zu neuen Fahrrädern und E-Bikes für die Angestellten der Rurtalwerkstätten führt, haben wir von einem interessanten Wettbewerb der AOK Wind bekommen. „Mit dem Rad zur Arbeit“ bietet jedem registrierten Einzelfahrer oder Team die Möglichkeit, tolle Sachpreise zu gewinnen. Auf der Internetseite www.mdrza.de gibt es nähere Informationen zu Anmeldung, Preisen und Ziel des Wettbewerbs.


Also: Kostenlos anmelden, Helm auf, Reifen überprüfen und los geht’s!


Übrigens: Der Arbeitsplatz ist zu weit weg, als dass man gemütlich mit dem Rad hinfahren könnte? Teilstrecken zurückzulegen zählt auch: Die Strecke zu Bahn, Bus oder Mitfahrgelegenheit mit dem Rad zurücklegen und wieder einen Tag als „geradelt“ markieren!


JobRad